|  | Pläne des OB sind sinnloses Sparen auf Kosten der Zukunft der Kinder |
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„Sparen bei der Bildung, Sparen beim Leseangebot für Kinder und Familien wird es mit der SPD nicht geben“, so die stellvertretende Göttinger SPD-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta. Angesichts der Diskussion um das Bildungsangebot unserer Kinder in Folge der PISA-Studie gehe die Stadtverwaltung in eine deutlich falsche Richtung: Dort werde derzeit geprüft, die kleineren Zweigstellen der Stadtbibliothek in Elliehausen, Roringen und Nikolausberg zu schließen.
„Der Oberbürgermeister handelt unehrlich und kurzsichtig“, meint der SPD-Vorsitzende Tom Stolle. Im Rat scheue er die politische Auseinandersetzung, verweigere offen Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung. „Nun versucht er, im stillen Kämmerlein Entscheidungen zu forcieren: zu Lasten des kommunalen Bildungsangebotes und zum Schaden der Kinder.“ Dieses zudem noch ohne erkennbaren Sparertrag und in einem Bereich, wo hauptsächlich ehrenamtliche Arbeit geleistet wird. „Hier geht es zum Teil um Beträge unter hundert Euro im Monat. Warum geht der OB nicht viel größere Sparpotenziale an, wie sie in Rationalisierungsbemühungen durch neue technische Verfahren der Buchbearbeitung und Katalogisierung und in optimierten Dienstplänen liegen?“, fragt Stolle. Der Oberbürgermeister scheue offenbar Detailarbeit und Kreativität. „Gerade diese sind aber erforderlich um sinnvoll den Haushalt zu sanieren. Kahlschlag ist der falsche Weg – der Oberbürgermeister geht ihn aber bekanntermaßen immer wieder.“
„Die Ortsteilbibliotheken sind wichtig, gerade für Leseanfänger, und sie leisten gute Arbeit“, ist Andretta überzeugt. Gerade das Bibliotheksangebot in den Ortschaften ermöglicht Familien mit kleinem Geldbeutel den Zugang zu Büchern. Kindern werde hier der Einstieg in das Lesen und der Umgang mit Literatur in ihrer direkten Umgebung ermöglicht, zumal sich die Bibliotheken in Elliehausen und in Nikolausberg in den dortigen Grundschulen befinden. „Und das Angebot wird offensichtlich angenommen: Allein 40.000 Ausleihen pro Jahr werden in den kleinen Zweigstellen vorgenommen, die nur einmal wöchentlich für 4 Stunden geöffnet sind und mit minimalem Personalaufwand und ehrenamtlichem Engagement arbeiten.“
„Außerdem plant die Verwaltung auch die Öffnungszeiten der Stadtbibliothek um bis zu achtzehn Stunden wöchentlich zu reduzieren. Das lehnen wir ab“, so Andretta. Statt den hohen Standard der Bibliothek, der sich im nationalen Vergleich zeige, auszubauen und weiterhin effizienter und kostengünstiger fort zu entwickeln, werde das Angebot für die Bürger verschlechtert, ohne dabei sichtbar billiger zu werden, kritisiert Andretta. Der Preis, der gezahlt werden müsse sei demgegenüber riesig. „PISA hat gezeigt, dass eine gute Lesefähigkeit die Basis für alles weitere Lernen ist“, gibt Andretta zu bedenken. „In den skandinavischen Ländern, die bei PISA vorne liegen, gibt es beispielsweise wesentlich mehr öffentliche Leseräume, oft ohne dass dafür viel Personal nötig sei. Die Nähe und die Zugänglichkeit sind entscheidend.“
