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In memoriam Artur Levi


Liebe Genossinnen und Genossen,

 

 

vor gut 60 Jahren, am 13. Oktober 1946, wurde der erste Rat der Stadt Göttingen gewählt. Dies haben wir gemeinsam mit der Friedrich Ebert Stiftung zum Anlass genommen, auf den demokratischen Neubeginn in Göttingen zurückzublicken und mit Zeitzeugen dem prägenden Anteil der Sozialdemokratie nachzuspüren.

 

 

Viele haben in 60 Jahren an der Demokratie mitgebaut und halten sie heute lebendig. Aus der eigenen Geschichte wissen wir, wie unermesslich schwieriger es ist, Demokratie und Frieden zu sichern, als einen Krieg zu gewinnen. Das dies schon 60 Jahre gelungen ist, ist vor allem jenen zu danken, die sich ehrenamtlich und unermüdlich für unser Gemeinwesen engagierten und engagieren – im Stadtrat, im Kreistag, in ihren Ortsräten und in Vereinen. Viele von euch waren am 21. Juni ins alte Rathaus gekommen. In einem spannenden Vortrag hat Klaus Wettig an die demokratische und soziale Tradition erinnert, in deren Geist in den vergangenen 60 Jahren in Göttingen Politik gemacht worden ist. Ein besonderes Erlebnis für mich war das von Rolf Wernstedt moderierte Zeitzeugengespräch. Hellmut Roemer, Ernst Eidmann und Herbert Rössig ist es gelungen, Geschichte wieder lebendig werden zu lassen und wider den Kleinmut aufzurufen.

 

 

Wir wollten mit diesem Abend auch an einen von uns erinnern, der mitgeholfen hat, aus den Trümmern des Krieges die Demokratie wieder aufzubauen – Artur Levi.

 

Wir haben Artur Levi zu danken: für seine Rückkehr nach Deutschland, aus dem ihn die Nazis verjagt hatten, für sein vielfältiges, ungebrochenes Engagement in der Gewerkschaft, in der SPD, in der Kommunalpolitik, in der Hochschule und für seine Hilfe beim wieder entstehenden jüdischen Lebens in Göttingen. Die Göttinger Sozialdemokratie verneigt sich in tiefem Respekt vor diesem überzeugten Demokraten, für den Demokratie nicht nur eine Staatsform, sondern eine zu lebende Verpflichtung war.

 

 

Geschichte ist geschehen und man kann sie nicht rückgängig machen. Aber Erinnern hilft, unseren Verstand zu erleuchten. Aus diesem Grunde gehört zum Neubeginn auch das Wissen darum, dass es die einst große europäische Universität der Aufklärung war, die sich als eine der ersten stolz als „judenfrei“ erklärte. Auf dem Theaterplatz brannten Bücher und jüdische Göttinger Familien wurden in Konzentrationslager verschleppt. Es waren amerikanische Truppen, die dem braunen Terror in Göttingen ein Ende machten. Sie trafen auf entschlossene Männer und Frauen, die mithelfen wollten, wieder ein demokratisches Gemeinwesen aufzubauen und viele gehörten und gehören der Göttinger SPD an. Auch deshalb sagte Herbert Rössig, „ich bin heute noch stolz, ein SPD-Mann zu sein“.

 

 

Liebe Genossinnen und Genossen,

 

in den nächsten Monaten wird es darauf ankommen, den Blick entschlossen nach vorn zu richten. Am 27. Januar 2008 wird in Niedersachsen gewählt und der Wahlkampf hat bereits begonnen. Wir wollen, dass Niedersachsen wieder sozialdemokratisch regiert wird und Göttingen in Hannover endlich wieder eine Stimme hat. Dafür werden wir gemeinsam

kämpfen!

 

Eure Gabi



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